2. Woche

Montag 14.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Verwöhnt von dem 'Auchan', einem großen Einkaufscenter bei Olbia, in dem man fast alles bekommt, haben wir uns auf die Suche nach einer ebensolchen Einkaufsmöglichkeit gemacht, jedoch kaum etwas größeres gefunden, was unsere speziellen Wünsche erfüllen konnte. In Tortoli fanden wir dann einen Laden der uns mit dem Nötigsten versorgte.

!!! © by Ulf Maringer !!!Unsere heutige Motorradtour verlief über Tortoli und Lanusei, 9km später Richtung Nuoro die Straße aber verlassend und der Route um den M.Pedra Liane folgend.
Kurz vor dem Sattel Valico Arcueri auf 981 Meter Höhe kamen wir wieder auf die Straße und folgen dieser über Ussassai nach Gairo und wieder zurück nach Lanusei und Tortoli.

!!! © by Ulf Maringer !!!Der Monte Pedra Liane ist einen Besuch wert, denn er vermittelt einem das Gefühl irgendwo im Mittleren Westen der USA zu sein wegen seines Aussehens. (Das Bild hier zeigt nur die schmale Seite)
!!! © by Ulf Maringer !!!Die Straße rund um diesen Berg sind auch eine Wucht, Kurven ohne Ende und bester Asphalt.

Die Italiener scheinen auch ein seltsames Hobby zu haben, nicht dass sie ihre Autos einfach so in der Landschaft entsorgen, nein, es muss alles was nach Blech aussieht durchlöchert werden und zwar mit Kalibern und Schrot aller Art...


Dienstag 15.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Heute musste unbedingt wieder Schotter her und so haben wir uns eine Wanderkarte aus dem Gebiet in Tortoli gekauft.
Auf Empfehlung unseres Reiseführers und der Wanderkarte machten wir uns auf zur !!! © by Ulf Maringer !!!'Gola di Goroppu' eine Schlucht die 500 Meter hohe Felswände zu bieten hat.

Über dieses komische Schild mit darunterstehendem Text in italienischer Sprache setzten wir uns hinweg (was uns auch später ein Sarde bestätigte) und fuhren zuerst ein an die Felswand gebautes Asphaltsträßchen was übersäht war mit heruntergestürzten Gesteinsbrocken.
!!! © by Ulf Maringer !!!Nach 1 Kilometer ging es dann auf einem Feldweg über ein Hochplateau auf der das Vieh weidete.
Der Weg wurde steiler und schmaler und in Passagen schwierig, ist jedoch als sehr schöne Endurostrecke zu bezeichnen.

!!! © by Ulf Maringer !!!Nach ungefähr 14 km endete der Weg im Nirvana und wir beschlossen umzudrehen. Nach ausgiebiger Recherche am Zelt ergab sich, das wir nur unweit der Schlucht gewesen sein mussten, die wir aber nicht gefunden hatten. Einen 1,5 Std. langen Wanderweg von der Hochstraße aus wollten wir uns bei dem warmen Wetter in Motorradkluft nicht antun.

!!! © by Ulf Maringer !!!Die eine Steilauffahrt war sehr heftig, sodass es mich fast gebeutelt hätte, aber leider ist Katja die mir zu dicht auf den Fersen war ins Straucheln gekommen und konnte das Motorrad nur noch gegen den Felsen legen, wie man auf dem Bild sehen kann.

Abends wollten wir eine Pizza essen gehen, aber das entwickelte sich schwieriger als erwartet, denn in der Nebensaison haben kaum Pizzerien geöffnet und so sind wir mit dem Wagen nach Tortoli und haben dort dann in einer nach außen wenig einladenden Pizzeria wunderbare Pizzen gegessen.


Mittwoch 16.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Schotter!!! Heute sind wir eine phantastische Endurostrecke gefahren.
Unsere Wanderkarte offerierte uns eine Strada naturale ab Baunei.!!! © by Ulf Maringer !!!
Am Ende des Ortes, von Lotzorai kommend geht rechts eine Straße in Serpentinen steil bergauf. Der Blick über Baunei und das Tal lohnt.
Oben befindet man sich dann auf einem Hochplateau, wo von der Hauptstraße mehrere Pisten abzweigen.
Wir entscheiden uns für die, die direkt in einer Linkskurve geradeaus weiterführt.
!!! © by Ulf Maringer !!!Wir kommen in ein Gebiet in dem es unzählige kleine Pisten gibt. Diese führen zumeist zu Schafställen, oder sonstigen Behausungen die von großen bellenden Hunden bewacht werden (habe ich schon mal erwähnt, dass ich nie Postbote werden wollte?).!!! © by Ulf Maringer !!!
So endete auch eine etwas längere Passage vor einem solchen verschlossenem Tor, und wir beschlossen zur Asphaltstraße zurückzukehren und weiter zu fahren zur Chiesetta (Kapelle) di San Pietro.

Diese Kapelle liegt sehr idyllisch.!!! © by Ulf Maringer !!! 2 riesige Olivenbäume unter denen Holzbänke aufgebaut sind laden zu einer Pause ein.
Besonders die überall blühende Natur stimmen einen sehr positiv.

!!! © by Ulf Maringer !!!Der Schotterweg zur Kapelle ist sehr breit und auch sehr gut zu befahren.
Wir lassen die Kapelle linke Hand liegen und fahren weiter zur 15km entfernten Cala Sisine. Die Fahrt auf diesem Naturweg ist eine wirklich atemberaubende Endurostrecke die alles das bietet was das Endurofahrer Herz begehrt: Steile Auf- und Abfahrten, lehmige Teilstücke, Sand, Schotter, große Steine und Felsbrocken und Flussdurchfahrten (leider ohne Wasser) mit Tiefschotter.
!!! © by Ulf Maringer !!!Das Ende der Piste ist dann eigentlich eine etwas breitere Fläche im Flussbett, das wollten wir allerdings nicht wahrhaben und so sind wir auf den sich anschließenden Wanderpfad eingebogen. Jedoch einige hundert Meter später mussten wir uns eingestehen, dass wir nicht weiterkommen und nur ein Trialmotorrad noch eine Change hätte.!!! © by Ulf Maringer !!! Große Steine die bizarr verspringen machen eine Weiterfahrt unmöglich.

Der schweren Motorradbekleidung entledigt sind wir zu Fuß ca. 25 Minuten dem Flusslauf folgend an einer einsamen Bucht mit Sandstrand herausgekommen, die Cala Sisine, die einen Besuch und den Fußmarsch lohnt.
Auf gleichem Weg ging es dann wieder zurück.


Donnerstag 17.04.2003

Um nicht täglich das Lager zu wechseln, muss man sich dieses zentral aussuchen. Da wir zum Ende unserer Reise noch die Costa Verde und das Gebiet !!! © by Ulf Maringer !!!um Bosa unter die Räder nehmen wollten, haben wir uns entschieden einen Platz dazwischen zu nehmen. Unsere Entscheidung fiel auf den Campingplatz 'Spinnaker' kurz vor dem Ortseingang von Torre Grande westlich von Oristano.

Der Platz ist in einem Pinienhain gelegen und bietet so guten Schatten. Zum Strand sind es 200 Meter über Dünen, dieser ist für uns aber wenig einladend da er linke Hand eine Industriepier hat. Aber wir sind ja zum Motorradfahren hier. (Das erste Bild zeigt unseren Platz in Lotzorai)
!!! © by Ulf Maringer !!!1999 neu gegründet präsentiert sich der Platz mit sehr guten und vor allem sauberen Sanitäranlagen, einen Pool gibt es auch.

Nachdem wir nun diesen Morgen die Sachen zusammengepackt hatten und die Mopeds auf dem Hänger verzurrt waren ging es quer über die Insel.
Unsere Route, die auch sehr schön mit dem Motorrad sein muss: Lanusei, Fonni, Ovodda, Tiana, Sorgono, Ortueri, Busachi, Fordongianus, Oristano, Torre Grande.


Freitag 18.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Heute sollte es an die Costa Verde gehen, das hieß erstmal Kilometer fressen und so ging unsere Route durch das flache und industrielle Gebiet südlich von Oristano.
Santa Giusta, Arborea, Terralba und Gùspini waren die weniger schönen Kilometer, jedoch dann ging es wieder !!! © by Ulf Maringer !!!in die Berge und schöne Kurvenkilometer lagen vor uns.

Ziel sollte das Hotel 'Le Dune' an der Costa Verde sein. Aus unserem Reiseführer erfuhren wir, dass es sich inmitten eines großen wüstenähnlichen Sandgebietes befindet, was auf uns natürlich einen besonderen Reiz ausübte.

!!! © by Ulf Maringer !!!Es gibt 2 Wege zu dem Hotel, einen von Norden und einen von Süden. Wir wollten aus diesen Möglichkeiten eine Rundtour machen und wählen für die Hinreise die Nordroute über Montevecchio auf Asphalt 15km bis zum Abzweig nach Maria di Arbus, einem Ferienort direkt an der Küste, nochmal ca. 11km ab dem Abzweig auf Teer an der wunderschönen Küste die ihren Namen zu Recht trägt entlang. Die letzten 3km sind teilweise auf sandigem Schotter zurückzulegen.!!! © by Ulf Maringer !!!
Man muss 2 Wasserläufe durch Furten passieren, das ist aber aufgrund des niedrigen Wasserstandes überhaupt kein Problem.

!!! © by Ulf Maringer !!!Das Hotel liegt direkt am Strand und war von Wohnmobilen gut besucht. Das klasse Wetter und Temperaturen so um 25°C luden viele zu einem Sonnenbad ein, wir jedoch schauten uns die Relikte aus der Abbauzeit des Eisenerzes an und machten uns wieder auf den Weg.

Dieser führte uns diesmal 25km auf Schotter über Ingurtosu, einem verlassenen und verfallenen Mienendorf, zurück nach Montevecchio. Von dort aus wählten wir den südlichen Weg nach Gùspini über Arbus.!!! © by Ulf Maringer !!!
Der kleine Umweg war sehr lohnend, denn man hat einen sehr schönen Blick über das Tal und ab Arbus war die Straße neu geteert und der Asphalt klebte wie Pattex, sodass die Kurvenhatz eine wahre Freude war.

Das öde Asphaltband ging es wieder zurück zum Campingplatz, wo wir eine leckere Pizza am Abend genossen.


Samstag 19.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Der heutige Tag sollte uns in den Norden nach Bosa bringen.
Zuerst wollten wir aber noch auf die Spitze der Halbinsel Sinis um dort die Ausgrabungsstätte Tharros zu besichtigen. !!! © by Ulf Maringer !!!Wir beschlossen aber vor Ort nicht in das Museum zu gehen, sondern uns von der angrenzenden Nuraghe einen Überblick über die Stätte zu verschaffen.

Unsere Route führte uns weiter über die fruchtbare Landschaft der Sinis Richtung Riola Sardo um dort auf die wunderschöne Küstenstraße S292 Richtung Bosa abzubiegen.
!!! © by Ulf Maringer !!!Die Landschaft recht unspektakulär, bezauberte uns aber dennoch, es blühte überall und es lag ein Duft in der Luft, dass einem die Sinne schwanden. Wenig weiter durchquert man die malerischen Küstenorte S.Archittu und Sta Caterina di Pittinuri.

!!! © by Ulf Maringer !!!Die mit bisher nur wenigen Kurven zu fahrende Teerstraße windet sich nun in schönen Surfkurven die Berge hinauf nach Cuglieri. Von dort folgt man 11 ebenfalls kurvigen Kilometern nach Tresnuraghes.

!!! © by Ulf Maringer !!!Der Wegweiser nach Bosa schickt uns über Magomadas zum Hafen von Bosa, Bosa Marina. Bosa selbst liegt sehr schön am Temo, der Fluss schlängelt sich mit großen Schwüngen zum Meer. Die Altstadt von Bosa ist sehr schön, enge Gassen, durch die man zu Fuß die Stadt erklimmt, um von der Festung einen schönen Blick über die Stadt zu haben, werden von älteren Damen 'belagert' die ihr wirklich schönes Kunsthandwerk, die Filetstickerei, darbieten.

!!! © by Ulf Maringer !!!Von Bosa führt uns der Weg über Suni Richtung Macomer, in Sindia versuchen wir den Weg nach Scano di Montiferro zu finden. Der Karte nach soll es eine Schotterpiste sein, diese ist aber mittlerweile geteert.
Die schmale Straße !!! © by Ulf Maringer !!!zieht sich durch einen Landstrich der flach ist und in der viel Viehzucht betrieben wird, die Zäune sind allerdings nicht aus Draht, sondern aus Steinwällen, was sehr schön aussieht.

Der kurvigen Strecke nach Cuglieri folgend geht es an der Ostseite des Monte Ferru entlang, von der man einen schönen Blick über das Tal hat.
Bonarcardo und Milis führen uns zurück nach Oristano wo wir am Morgen noch eingekauft haben um uns mit besonderen Leckereien für die Heimat einzudecken.


Sonntag 20.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Cagliari stand heute auf unserem Programm und da wir keine Lust hatten das öde Campidano mit dem Motorrad auf der S131 zu durchqueren haben wir den Wagen genommen. Ist ja auch ganz angenehm in der Stadt mit Freizeitklamotten rumzulaufen...

!!! © by Ulf Maringer !!!Die Stadt selbst hat uns enttäuscht, sodass ich an dieser Stelle jedem empfehle die Ecke zu meiden und die Zeit besser zu nutzen.
!!! © by Ulf Maringer !!!Die wenigen historischen Bauwerke präsentieren sich wenig ansehnlich. Die Geschäfte haben alle geschlossen und die Straßen sind wie leergefegt was aber wohl am Ostersonntag liegen mag.
Nach gut 2 Stunden haben!!! © by Ulf Maringer !!! wir nach einem Capocchino unter den Arkaden der Via Roma und dem Schmutz der Straßen genug und beschließen zurück zu fahren, um noch die älteste Kirche Sardiniens in S.Giovanni di Sinis in der Nähe von Torre Grande zu besichtigen.

!!! © by Ulf Maringer !!!Den Spätnachmittag verbrachten wir mit Verzurren der Motorräder auf dem Trailer und dem Vorbereiten der Sachen auf die Abreise am morgigen Tag.
Wir werden zurück nach Olbia fahren, um dort am Abend dann die Nachtfähre zurück nach Livorno zu nehmen.

!!! © by Ulf Maringer !!! !!! © by Ulf Maringer !!! !!! © by Ulf Maringer !!!

Resümee: Sardinien ist ein Traum und wir werden mit Sicherheit noch einmal hierher kommen, aber bestimmt nicht im Sommer wenn es sehr heiß ist und die Straßen voll mit Wohnmobilen, sondern in der Nebensaison die bis Ende Mai geht.
Die Insel ist sehr grün und wir waren von der Offenheit und der Gastfreundschaft der Sarden beeindruckt.


Montag 21.04.2003

!!! © by Ulf Maringer !!!Von Oristano ging es heute nun zurück nach Olbia, aber vorher sind wir noch zum Campingplatz Tavolara um uns nochmal zu verabschieden wie wir es gesagt haben. Da Ostermontag war, hatten wir die Möglichkeit in der Pizzeria noch lecker Pasta zu essen.

!!! © by Ulf Maringer !!!Um 20:00 Uhr ging dann unsere Fähre, die Moby Rider. Wenn wir vorher gewusst hätten, dass wir eine ältere Fähre buchen, die auch noch langsamer ist, hätten wir dieses nicht getan. Die Rider ist zwar nicht schlecht, aber hauptsächlich bei WoMo-Fahrern beliebt, weil sie auf Deck in ihren WoMos' schlafen können und somit die Kosten für die Kabine sparen. !!! © by Ulf Maringer !!!Ich möchte mich aber nicht beklagen, denn das Schiff war sauberer als die neue Wonder und wir bekamen, obwohl wir nur Innen gebucht hatten, eine Außenkabine.

Morgens um 8:00 Uhr ging es dann von Bord und die Autobahnstrecke vom Hinweg zurück, 16 Std. später sanken wir in die heimischen Betten.