Ergreifung von Maßnahmen gegen Tracking.
Die einfachste Maßnahme wäre erstmal nicht mehr mit Google zu suchen. Die alternativen sind aber auch nicht besser. Alle verdienen ihr Geld mit Werbung. Die beste Möglichkeit ist die der Annonymisierung. Hierbei schalte ich einen Server vor meine Suchanfrage. Dieser sucht dann bei Google und Co. und liefert mir das Ergebnis. Die Technik ist wie folgt zu beschreiben: Wenn 100 Personen eine Person in einen Einkaufsladen schicken um unterschiedliche Dinge zu kaufen, dann kann der Einkaufsladen nicht wissen welche Personen am Ende nun welchen Artikel gekauf hat. Und genau solch einen Service bietet duckduckgo.com und das europäische Projekt qwant.com. Ich gebe meine Suchanfrage also nicht direkt auf der Googlewebseite ein, sondern über die vorgeschaltete Seite. Die Geschwindigkeit und die Genauigkeit der Suche ist nicht anders als bei Google auch.
Werbeblocker wie AdBlockPlus. Es gibt die Möglichkeit ein Adon zu installieren, welches Werbung filtert. AdBlockPlus. Dieses Add-on ist teils sehr umstritten, da es den Webseiten die Möglichkeit raubt, Geld durch Klicks auf Werbebanner zu verdienen um damit die Inhalte zu finanzieren. Ich persönlich kann sagen, dass ich gegen einen harmlosen unaufdringlichen Banner nichts einzuwenden hätte, aber meistens sind sie nicht unaufdringlich und nerven mit blinkenden Bildern und zusätzlich beinhalten sie Trackingfunktionen um mein Surfverhalten zu analysieren. Mir Werbung zu präsentieren ist das eine, mich zu analysieren etwas anderes. Von daher halte ich die geführte Debatte Kontra Werbeblocker schon für arg scheinheilig. Ich bin gerne bereit (und das tue ich auch) Geld zu bezahlen für Webseiten, die meine Privatsphäre schützen und mir Inhalte liefern die mich interessieren. Wenn ich denn mit meinem Beitrag unabhängigen neutralen Journalismus unterstütze, um so besser. Meiner Meinung nach leisten die beiden Nachfolgenden Erweiterungen bessere Dienste als AdBlockPlus.
Werbeblocker sind das Eine, JavaScript das Andere. Wie im vorherigen Beitrag angesprochen ist JS heute das Medium der Werbe- und Trackingindustrie. JS komplett abzuschalten macht die meisten Webseiten unbrauchbar, also muss eine Lösung her, die mir die Möglichkeit einräumt, notwendiges JS zu erlauben und unerwünschtes zu blockieren. NoScript umd uMatrix bieten genau dieses. Am Anfang ist es recht nevig, weil ich jeder Seite einzeln die Berechtigung, durch Klick erteilen muss, aber bereits nach ein bis 2 Wochen habe ich so viele Webseiten besucht und JS geblockt oder erlaubt, dass wieder ein komfortables Surfen möglich ist. Wer den Blocker so einstellt, dass JS von der aufgerufenen Webseite erlaubt ist, wird zumindest meist eine normal nutzbare Webseite vorfinden. Nachgeladenes JS von Drittseiten gilt es zu unterbinden.
Eine weitere gute und zusätzliche Möglichkeit sich zu schützen ist die Verwendung von Privacy Badger. Dieses Adon blockt ohne Komforteinbußen versteckte Tracker. Auch ein unsichtbares Bild in der Größe 1x1px kann ein Tracker sein.
Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass viele kostenlose Angebote, wie sie heute verfügbar sind nicht existieren würden, wenn jeder die oben genannten Maßnahmen ergreift. Ich denke aber, erst wenn sich die meisten über Ihrem Rohstoff der Zukunft bewusst werden, dadurch dass sie Einschränkungen oder Benachteiligungen erhalten, wird ein Umdenken stattfinden. Dann jedoch ist die Lobby so stark, dass es schwer sein wird sich diesem zu Widersetzen. Ein Beispiel: Wenn eine Krankenkasse weiß, dass jemand einen BüroJob hat und in seiner Freizeit weitere 4-5 Stunden im Internet surft, dann kann es mit seiner sportlichen Aktivität nicht weit her sein. Der Wunsch nach individuellen Krankenkassenbeiträgen wird laut. Und dieser bislang Gedankenlose Internetnutzer würde höhere Beiträge zahlen als ein anderer. Der Trend mit den Fitnisstrackern weist ja schon den Weg.
Fazit: Kein kommerzieller Internetauftrit ist kostenlos. Entweder ich zahle mit meinen Daten, oder ich bin bereit Geld zu geben.
Für mich gilt: Ich möchte gefragt werden und bin gerne bereit für meine Privatsphäre zu bezahlen. Ungefragt auf meine Daten zuzugreifen, löst bei mir den Reflex aus so viel Schutzmaßnahmen wie nötig zu ergreifen.